In unserem November-Newsletter hat Margot Späni aus dem Kanton Schwyz zwei Tickets für den Silvester-DinnerKrimi im Sternen Kriegstetten gewonnen. Zum Gewinn gehörte jedoch eine kleine Aufgabe: ein Erfahrungsbericht über den Abend. Margot hat sich dafür richtig ins Zeug gelegt, während der Vorstellung fleissig Notizen gemacht und uns nun einen persönlichen und lebendigen Bericht eingereicht.
Der 31. Dezember 2025 war für uns etwas ganz Besonderes: Zum ersten Mal besuchten wir einen DinnerKrimi. Und das ausgerechnet an Silvester. Entsprechend gespannt und neugierig waren wir, als wir gemeinsam im Hotel in Kriegstetten eintrafen. Mein Partner Patrick und ich sind seit fünf Jahren zusammen, beide geschieden, und solche Auszeiten nur für uns sind selten und darum umso wertvoller. Umso mehr freuten wir uns auf diesen Abend.
Schon beim Eintreten war klar: Das wird kein gewöhnliches Dinner. Der Speisesaal war nicht einfach ein Restaurant, sondern verwandelte sich augenblicklich in das Wartezimmer der Klinik Schlitz Messerli-Schlitz. Noch bevor der erste Gang serviert wurde, steckten wir mitten im Geschehen, inklusive persönlicher Krankenakte. Unvorbereitet schlüpften wir in unsere Rollen, und genau das machte den Reiz aus. Man wusste nie so recht, was als Nächstes passieren würde, und genau dieses leichte Unbehagen war herrlich unterhaltsam.
Das Essen begleitete den Abend perfekt. Schon die Vorspeise – ein rassiges Rindstatar – machte Lust auf mehr, gefolgt von einer feinen Cannellini-Bohnensuppe. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das rosa gebratene Kalbsnierstück mit Morchelrahmsauce, Kartoffelgratin und Gemüse – einfach hervorragend. Auch kleine Pannen wurden mit Humor genommen: Beim Wolfsbarsch ging unserem Tisch das Risotto aus, dafür bekamen wir den nächsten Gang früher serviert. Ganz ehrlich: Das hat dem Abend eher zusätzlichen Charme verliehen.
Was mich besonders gefreut hat: Obwohl ich keinen Alkohol trinke, gab es bereits beim Apéro und auch um Mitternacht zum Anstossen liebevoll vorbereitete alkoholfreie Alternativen. Das ist nicht selbstverständlich und ich habe mich dadurch richtig gesehen gefühlt.
Zwischen den Gängen entfaltete sich der Krimi. Ein Todesfall im Spital, dann weitere Opfer, ein lauter Knall, die Polizei rückte an. Beweisstücke wurden gesammelt und sogar für uns Gäste sichtbar ausgelegt. Natürlich haben wir mitgerätselt, auch wenn wir am Schluss am Zahlencode gescheitert sind. Die Zahlen hatte ich korrekt notiert, aber ich bin nicht darauf gekommen, was ich mit ihnen machen musste. Trotzdem: Mitfiebern machte grossen Spass. Und ehrlich gesagt war ich auch ein bisschen froh, nicht selbst im Mittelpunkt zu stehen, denn das ist nicht ganz meine Stärke.
Unvergesslich bleibt für mich eine Szene mit einem Patienten mit Blinddarm, der von einem Gast gespielt wurde, der ausgerechnet zwei Stühle neben uns sass. Als die Ärztin ihm mit der Taschenlampe in die Augen leuchten wollte und er stattdessen den Mund öffnete, brachen wir alle in Gelächter aus. Sogar die Schauspielerin musste kurz pausieren, weil sie selbst lachen musste. Solche ungeplanten Momente waren Gold wert.
Überhaupt: Die Schauspielerinnen und Schauspieler waren grossartig. Zu viert spielten sie mehrere Rollen, wechselten blitzschnell Charaktere und brachten das Publikum immer wieder zum Lachen. Gesangseinlagen mit Liedern von Die Ärzte rundeten das Ganze wunderbar ab. Und gleichzeitig schwang auch ein wenig Ernst mit, denn Themen wie Personalmangel, Überlastung und lange Wartezeiten im Gesundheitswesen wurden aufgenommen und gaben dem Stück auch Aktualität.
Am Ende wurde der Fall aufgelöst, es wurde angestossen, und wie es sich an Silvester gehört, blickten wir gemeinsam ins neue Jahr. Die Schauspieler gesellten sich noch zu uns, wir tauschten ein paar Worte aus. Es war alles ganz unkompliziert und herzlich.
Normalerweise verbringen wir Silvester zu Hause. Früher haben wir mit den Kindern oft stundenlangen Catan-Partien gespielt. Doch nun war es umso schöner, dieses Mal auswärts zu sein, nur Patrick und ich. Die Zeit verging wie im Flug. Es war gemütlich, lustig, spannend und einfach rundum stimmig.
Für uns war es ein gelungener erster DinnerKrimi. Und ganz ehrlich: Wir hätten sofort wieder Lust. Am liebsten gleich einmal auf einen WeekendKrimi. Herzlichen Dank an alle, die diesen Abend möglich gemacht haben.
Margot