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«Geburtstag mit Leiche»

Kurzkrimi & Wettbewerb
WK
Löse den Fall und gewinne einen WeekendKrimi für zwei in Vitznau.

30. September 2026

Mord in Vitznau

Seit acht Jahren treffen sich die Freunde von Pascal Klinger an seinem Geburtstag im Hotel FloraAlpina in Vitznau. Doch Pascal selbst ist längst tot, gestorben bei einem mysteriösen Autounfall, bei dem offenbar jemand nachgeholfen hatte. Doch an diesem Abend bleibt es nicht beim feinen Essen und den unschuldigen Erinnerungen an einen alten, guten Freund...

Jetzt bist du als Detektivin oder Detektiv gefragt: Lies den ersten Teil des Kurzkrimis «Geburtstag mit Leiche» aufmerksam durch und finde heraus, wer der Mörder ist.

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Die Auflösung folgt in Teil 2. Bis dahin gilt: Genau lesen, kombinieren und niemandem am Tisch trauen!

PS:

Mord in Vitznau gibt es tatsächlich regelmässig. Denn wir machen dreimal jährlich mit unserem WeekendKrimi Halt im gemütlichen Seehotel FloraAlpina mit grandioser Sicht über den Vierwaldstättersee.

«Geburtstag mit Leiche»

von Peter Denlo

Am Abend, an dem Pascal Klinger sechsundvierzig geworden wäre, hing der Vierwaldstättersee wie eine dunkles, tiefes Loch unter dem Hotel FloraAlpina. Vom Restaurant erahnte man durch einen leichten Nebelschwall gerade noch knapp die Lichter auf der anderen Seite der Bucht von Vitznau, dahinter die schwarzen Konturen der Berge. Auf der Terrasse war es zu kühl geworden, doch die Fenster standen noch einen Spalt offen, und hin und wieder drang der Geruch von feuchtem Gras und See herein.

Seit acht Jahren trafen sie sich hier an Pascals Geburtstag. Früher hatte er selbst diese Abende organisiert. Grosszügig, laut und immer ein wenig zu viel, wie Pascal Klinger eben war. Nach seinem Tod war aus der Gewohnheit ein Ritual geworden. Niemand hatte je vorgeschlagen, damit aufzuhören.

Mirjam Klinger, seine Witwe, sass am Kopfende des Tisches. Zu ihrer Linken Lukas, Pascals jüngerer Bruder und damaliger Anwalt. Zu ihrer Rechten Roman Keller, Freund und Businesspartner, mit dem Pascal die Klinger & Keller AG aufgebaut hatte. Neben ihm sass Eva Moser, Pascals frühere Assistentin. Eva hatte sich im Stuhl umgedreht und starrte verträumt zum Fenster hinaus, während ihr gegenüber Valentin Furrer, Pascals bester Freund seit Kindertagen, Wein nachschenkte, als wäre er der Gastgeber.

«All die Palmen da draussen. Man könnte meinen, man sei am Mittelmeer», seufzte Eva vor sich hin und drehte ihren Kopf zurück zur Freundesrunde. «Kommt Simon heute nicht?», fragte sie ohne grossem Interesse, als ihr Blick über den leeren Stuhl am zweiten Tischende glitt.

«Der kommt schon noch», prophezeite Valentin. «Simon war noch nie pünktlich.»

«Ja, wir warten nicht auf ihn.» Mirjam hob ihr Glas. «Auf Pascal.»

Die anderen taten es ihr nach.

«Auf Pascal.»

Lukas’ Handy vibrierte auf dem Tisch. Er warf einen kurzen Blick auf das Display.

«Sorry, ein wichtiger Klient.»

Er legte die Serviette auf den Tisch und verliess den Raum. Keine fünf Minuten später kam er zurück, steckte das Telefon in die Hosentasche und setzte sich wieder.

«Alles in Ordnung?», fragte Mirjam.

Lukas schaute mit nervösen Augen dicht an ihren vorbei. «Ja, ja, klar.»

Für einige Minuten funktionierte die alte Choreografie. Man erzählte harmlose Geschichten, lachte sogar. Doch jedes Lachen starb ein wenig zu schnell. Denn auch nach acht Jahren gab es etwas, das nie wirklich ausgesprochen wurde: Pascal war nicht einfach verunglückt. Nein, nein. Böse Zungen behaupteten gar, sein Tod war von jemanden gewollt gewesen.

Zwei Tage vor seinem Tod hatte es zwischen ihm und Mirjam einen heftigen Streit gegeben, und Pascal war hier ins FloraAlpina gezogen, um Abstand zu gewinnen. Als Pascal dann frühmorgens mit seinem Mercedes aufgebrochen war, um zur Arbeit zu fahren und unten an der steilen Hotelausfahrt bremsen wollte, reagierte das Auto nicht. Er schoss ungebremst in die Hauptstrasse, wobei Pascal noch versuchte, das Lenkrad umzudrehen, wodurch sich das Auto überschlug und über die Leitplanke die Böschung hinab in den See stürzte.

Pascal wurde später schwer verletzt aus dem Wagen geborgen. Er war ertrunken. Erst die technische Untersuchung hatte ergeben, dass die Bremsleitung manipuliert worden war.

«Wir könnten auch einmal über etwas anderes reden», sagte Roman plötzlich und unerwartet. Der Smalltalk endete abrupt. Eva sah ihn böse an.

«Tun wir doch.»

«Nein», erwiderte Roman. «Tun wir eben nicht.»

Ein junger Kellner begann die Vorspeisenteller zu servieren. Forellenmousse mit Preiselbeersauce. Das Klirren des Porzellans war auf einmal unangenehm laut.

Eva, die sonst sowohl beruflich als als auch privat immer alles im Griff hatte, fasste ihr Wasserglas. Ihre Finger zitterten. Sie setzte es ab, nahm es wieder hoch und verschüttete Wasser über die Tischdecke.

«Entschuldigung.» Eva schaute zum Kellner hoch, der gerade einen Teller vor sie hinstellte.

«Nein, nehmen Sie ihn wieder mit», befahl sie dem jungen Mann ein wenig zu forsch. Er schaute sie verdutzt an und griff erneut zum Tellerrand.

«Ich kann jetzt nichts essen», fügte sie entschuldigend aber genervt an, wobei sie  zu ihrem Rotweinglas griff.

«Da kann der Kellner ja wohl nichts dafür.» Roman schien zu sich selbst zu reden, doch machte es den Anschein, dass er sicherstellen wollte, der ganze Tisch würde seine Gedanken mitbekommen.

Eva trank einen grossen Schluck Wein und stellte das Glas wieder hin. Tränen kullerten über ihre Wangen. Ohne etwas zu sagen, nahm sie ihre Handtasche und huschte aus dem Raum.

«Was ist denn mit der los?», fragte Roman.

«Keine Ahnung», antwortete Mirjam.

«Guten Appetit.» Lukas versuchte das Tischgespräch wieder in normale Bahnen zu lenken und nahm gleichzeitig Gabel und Messer in die Hand.

Mirjam tat es ihm nach. «Das wünsche ich euch auch. Das sieht sehr fein aus.»

«Habt ihr gewusst», begann Lukas eine seiner lehrreichen Geschichten mit enthusiastischem Ton, «dass die Forellen im Vierwaldstättersee…»

Als Eva wenige Minuten später zurückkam, wirkte sie gefasster. Sie hängte die Handtasche über die Stuhllehne, setzte sich und und unterbrach Lukas’ Lehrstunde abrupt:

«Ich kann das nicht mehr.» Sie atmete tief ein, aber der Atem kam stockend.

«Was kannst du nicht mehr?», fragte Valentin und schob sich eine Toastbrotecke mit aufgehäufter Forelle in den Mund.

«Dieses Theater.» Eva schob den Stuhl zurück und stand nervös auf. Sie drehte sich kurz zum Fenster, als ob sie Mut tanken müsste. Dann wandte sie sich zurück zu den anderen und sagte endlich, was sich vor ihr noch niemand getraut hatte, laut auszusprechen. «Jedes Jahr sitzen wir hier, trinken auf Pascal und tun so, als wäre alles… als wäre alles einfach passiert.»

«Eva», sagte Lukas leise mit einem ermahnenden Unterton.

«Nein.» Ihre Stimme kippte. «Es war kein Unfall. Wir wissen das alle.»

Stille.

Roman legte den Suppenlöffel neben seinen Teller und drapierte die Serviette sorgfältig daneben. Als einziger Vegetarier am Tisch hatte er auf die Forelle verzichtet und sich stattdessen eine Kürbissuppe bestellt. «Nur weil wir seit acht Jahren wissen, dass es kein Unfall war, müssen wir uns davon doch nicht jedes Mal den ganzen Abend verderben lassen.»

Eva schaute ihn mit leeren Augen an. «Und wir wissen auch, wer Pascal aus dem weg räumen wollte.»

Roman hob fragend den Blick zu ihr hoch. «Wer?»

«Du», sagte sie fast flüsternd und drehte sich dann wieder vom Tisch ab und schaute durchs Fenster in die dunkle Nacht hinaus.

Der junge Kellner betrat den Raum mit unpassend schnellen Schritten, wobei Valentin ihm mit nur einer kleinen Fingerbewegung zu verstehen gab, dass es gerade ein sehr ungünstiger Moment war. Der junge Mann, kehrte um und verschwand wieder.

Die Stille am Tisch war kaum auszuhalten. Mirjam schaute auf ihre Forelle hinab und Lukas kaute möglichst leise zu Ende. Endlich durchbrach Eva die Stille. Langsam und zögerlich.

«Pascal wollte die Firma verlassen. Just in dem Moment, wo du expandieren wolltest. Aber du konntest ihn nicht auszahlen. Ihr habt euch monatelang gestritten. Da wolltest du Pascal loswerden. Und plötzlich ist er tot.»

Roman lachte einmal kurz auf. «Ach, du spinnst doch.»

«Praktisch: Beim Tod eines Businesspartners gingen die Anteile testamentarisch direkt an den anderen.» Eva schaute ihm kämpferisch direkt in die Augen.

Mirjam beobachtete Roman mit dem starren Blick ihrer grauen Augen. Dann schlussfolgerte sie in aller Ruhe: «Stimmt. Ich habe nichts davon geerbt.»

Roman drehte sich zu Mirjam um und warf ihr ein verachtendes Lächeln zu. «Eva wollte, dass Pascal dich verlässt.»

Eva wurde kreidebleich, während Mirjam langsam zum scharfen Steakmesser neben ihrem Teller griff. In diesem Moment beugte sich Valentin mit einer Flasche Rotwein über ihre Schulter und füllte ihr leeres Glas. Mirjam liess das Messer schnell zurück auf den Tisch fallen.

«Rachegelüste?» Flüsterte Valentin ihr ins Ohr und verschwand sogleich zu Lukas, um sein Glas zu füllen.

Roman lehnte sich zurück. «Also, wenn wir schon bei diesen alten Geschichten sind: Eva und Pascal hatten eine Affäre. Eine ziemlich ausgedehnte sogar. Geschäftsreisen waren besonders beliebt. Paris, Frankfurt, Rom. Ein Zimmer hat gereicht.»

«Das stimmt so nicht ganz, Roman.» Valentin füllte genüsslich sein Glas mit Rotwein. «Am Tag vor seinem Tod besuchte ich Pascal hier im FloraAlpina. Wir sassen da drüben in der Bar, als er mir erklärte, dass er mit Eva Schluss gemacht hatte und seine Ehe retten will.»

Mirjam stand mit einem Ruck von ihrem Stuhl auf und trat einen Schritt auf Eva zu. «Du?»

Eva wich zurück. «Mirjam, hör mir zu…»

Mirjam schlug nach ihr. Eva riss die Arme hoch. Lukas sprang dazwischen und fing Mirjam an den Schultern ab.

«Lass mich los!»

«Mirjam!»

«Acht Jahre sitze ich mit dieser Frau am Tisch!»

«Du wusstest es», sagte Lukas.

Mirjam erstarrte.

Nun sahen alle ihn an. Lukas liess sie los. «Du wusstest von Eva. Und nicht nur von Eva. Pascal war nicht gerade diskret.»

Mirjams Gesicht veränderte sich. Wut wurde zu etwas Kälterem. Sie starrte erst Lukas, dann Eva an. Ohne ein weiteres Wort nahm sie ihre Handtasche vom Stuhl und verliess den Raum.

«Grossartig», murmelte Roman.

«Wir haben uns geliebt», versuchte Eva ihre Vergangenheit zu rechtfertigen, begriff aber schnell, dass sich niemand für ihre Gefühle interessierte. Niedergeschlagen setzte sich wieder hin, griff zum Besteck und nervte sich über ihren Entscheid, die Vorspeise zurückgegeben zu haben.

Einige Minuten später kam Mirjam zurück. Ihre Augen waren gerötet, doch die Wut schien noch nicht ganz verschwunden zu sein. Sie setzte sich, packte energisch die Gabel und schob den letzten Bissen der Forelle in den Mund, worauf sie mit dem Messer auf Lukas zeigte. «Dann reden wir doch jetzt über dich», griff sie ihren Schwager mit vollem Mund an.

«Über mich?»

Mirjam schluckte den Fisch herunter. «Du wusstest als sein Anwalt ganz genau, dass ich fast nichts bekommen würde, wenn Pascal stirbt.»

Lukas verschränkte die Arme.

«Pascal hatte sein Testament kurz vor seinem Tod geändert», erklärte Mirjam dem ganzen Tisch. «Der grösste Teil ging an Lukas.»

«Ja», sagte Lukas. «Das Vermögen stammte zu einem grossen Teil aus unserer Familie», sagte Lukas. «Pascal wollte, dass es dort bleibt.»

«Praktisch.» Mirjam kaute genüsslich auf dem Fisch.

«Es tut mir leid, dass du fast leer ausgegangen bist.»

Mirjam lachte bitter mit vollem Mund.

Lukas, der immer noch stand, beugte sich nun über die Lehne seines Stuhls Richtung Mirjam. «Aber wenn wir schon Motive verteilen: Ich war zwei Tage vor Pascals Tod bei euch. Ich habe euren Streit gehört. Du hast ihm gesagt, du würdest ihn lieber tot sehen, als ihn noch einmal mit einer anderen Frau zu teilen.»

«Das sagt man im Streit.» Mirjam wischte sich den Mund mit der Serviette ab.

«Apropos Streit», warf Eva plötzlich in die Runde und setzte sich an ihren Platz zurück. Sie schaute Valentin, der ihr gegenübersass, direkt in die blauen Augen. «Ich weiss, dass du und Pascal einen riesigen Streit hattet, Valentin.»

«Wann?»

«Hier, am Abend vor seinem Tod.»

«Und woher willst du das wissen?»

«Weil ich vorbeikam, kurz nachdem du gegangen warst. Pascal und ich sprachen uns aus und ich verbrachte die Nacht hier.»

Roman legte sein Besteck nieder und wischte sich die Serviette über die Lippen. «Und um was ging es in eurem Streit?»

«Wir hatten gar keinen Streit!», beharrte Valentin.

«Quatsch!» Eva wusste die Wahrheit. «Pascal wollte sein Geld zurück.»

Mirjam spitzte die Ohren. «Welches Geld?»

«Pascal hatte ihm vor Jahren eine halbe Kiste geliehen, um seine marode Firma zu retten. Und als Pascal das längst fällige Geld zurück wollte, drehte Valentin durch.»

Valentin wurde wütend und klopfte mit der Faust auf den Tisch. «Jetzt hör doch mit dem Mist auf. Pascal war mein bester Freund. Und ich seiner.»

«Ja, aber hätte er noch einen Monat länger gelebt», führte Eva genüsslich weiter aus, «wärst du bankrott gegangen.»

Mirjam war entsetzt. «Valentin, wie konntest du nur? Ihr wart wie Brüder.»

«Jetzt fällst du mir auch noch in den Rücken, Mirjam?»

«Na ja, ich meine…»

«Du bist doch in einer Autogarage aufgewachsen.»

Mirjam sah ihn fragend an.

«Moment mal.» Valentin stellte sein Glas ab. «Ich glaube, da bin ich gerade auf eine sehr interessante Spur gekommen. Du weisst doch genau, wie ein Bremssystem funktioniert.»

Mirjam schaute ihn mit wütenden Augen an. «Ich war in Madrid, du Idiot. Oder glaubst du, ich habe Pascals Bremsleitungen per Fernsteuerung durchtrennt?»

Roman zeigte ans andere Ende des Tisches. «Wenn wir schon bei Autowissen sind, dann sitzt der Fachmann jetzt leider gar nicht hier.»

Alle sahen zum leeren Stuhl.

«Simon», sagte Lukas, «sein Automechaniker.»

Roman stand lachend auf. «Wir schlagen uns hier gegenseitig die Köpfe ein, während der Automech gar nicht mal auftaucht.»

Valentin begriff plötzlich etwas und schlug die Faust auf den Tisch. «Aber natürlich. Als ich am Abend vor Pascals Tod hier ankam, sah ich Simons Chevy Pick-Up die Strasse runterfahren. Ich dachte mir nichts dabei. Aber jetzt macht es Sinn.»

«Da habt ihr euren Mörder», verkündete Roman gelassen an der Tür. «Und jetzt muss ich mal.» Er machte auf dem Absatz kehrt und verliess den Raum.

Eva seufzte tief und rief den Kellner heran, um eine weitere Weinflasche zu bestellen.

«Bitte bestellen sie mein Steak ab», informierte Mirjam den jungen Mann, «Mir ist der Appetit vergangen.»  Der Kellner nickte und verschwand Richtung Küche. Keine Minute später hörten sie einen Schrei. Eva hob den Kopf.

«War das Roman?»

Lukas stand auf. Im Gang waren schnelle Schritte zu hören. Dann erschien Roman in der Tür. Er war kreidebleich und hielt sich mit einer Hand am Türrahmen fest.

«Simon.»

Valentin stellte sein Glas ab. «Was ist mit ihm?» Roman öffnete den Mund, brachte aber zunächst kein Wort heraus.

«Was ist mit Simon?», wiederholte Valentin.

«Er liegt am Boden. Auf der Herrentoilette.»

Mirjam stand auf. «Ist er gestürzt?» Roman schüttelte den Kopf.

«Er ist tot.»

Niemand sagte etwas. Eva presste eine Hand vor den Mund. «Was?»

«Da ist überall Blut.»

Lukas griff nach seinem Handy. «Hast du einen Puls gefühlt?»

«Das war nicht nötig.»

«Woher willst du wissen, dass er tot ist?»

Roman schaute zum Tisch.

«Weil ein Steakmesser in seiner Brust steckt.»

Für einen Moment verstand niemand, weshalb Roman auf den Tisch starrte. Dann folgten die anderen seinem Blick. Sechs Gedecke. Sechs Steakmesser. Valentin war der Erste, der zu zählen begann.

«Eins, zwei, drei, vier… Zwei fehlen.»

Mirjam wich einen Schritt vom Tisch zurück. «Welche?»

«Bei Roman und bei Eva liegen keine Steakmesser,»

Lukas wählte bereits den Notruf.

Roman kam langsam näher. «Fasst nichts an.»

«Ach, jetzt spielst du plötzlich Detektiv?», fragte Valentin. Roman ignorierte ihn. Eva sah zur Tür.

«Simon war also doch hier.»

Der Satz blieb einen Moment im Raum stehen. Mirjam runzelte die Stirn.

«Aber wann ist er gekommen?»

Niemand wusste es.

Der junge Kellner erschien wieder in der Tür. In seiner zitternden Hand hielt er eine neue Flasche Rotwein. Kreidebleich schluckte er leer und fragte mit trockenem Mund: «Hat jemand die Polizei verständigt?»

«Ja, ich», antwortete Lukas und schob direkt nach, «Haben Sie unseren Freund gesehen?» Der Kellner starrte ihn fragend an.

«Der Mann der auf der Toilette liegt, haben Sie gesehen, wann er hier ankam?»

Der junge Mann überlegte kurz. Dann nickte er.

«Ja.»

Alle fünf sahen ihn an.

«Wann?», fragte Lukas.

«Vorhin.»

«Was heisst vorhin?»

«Vielleicht vor einer halben Stunde.»

Valentin stellte sein Glas ab.

«Und wo war er?»

«Im Gang.»

«Welchem Gang?»

Der Kellner deutete hinter sich.

«Bei den Toiletten.»

Stille. Roman sah von einem zum anderen.

«Dann war Simon hier, während wir gegessen haben.»

«Offenbar», sagte Lukas.

Eva wurde noch blasser.

Valentin bemerkte es.

«Was ist?»

«Nichts.»

«Eva.»

«Es ist nichts.»

«Du siehst aus, als hättest du einen Geist gesehen.»

Eva schüttelte den Kopf. Roman trat näher an sie heran.

«Du warst vorhin auch draussen.»

Eva sah ihn an. Nun begriffen es auch die anderen.

«Moment mal», sagte Mirjam. «Wir waren heute Abend doch alle irgendwann weg.»

Niemand antwortete. Ihre Blicke wanderten langsam um den Tisch. Roman schüttelte den Kopf.

«Mich könnt ihr gleich vergessen. Als ich gegangen bin, war Simon bereits tot.»

«Sagt wer?», fragte Valentin.

Roman sah ihn an.

«Ich.»

Krimi lösen und WeekendKrimi gewinnen

1. Frage:
Wer hat vor acht Jahren Pascal Klingers Auto manipuliert?

  • Seine Frau Mirjam?
  • Sein Bruder Lukas?
  • Seine Geliebte Eva?
  • Sein Automechaniker Simon?
  • Sein bester Freund Valentin?
  • Sein Geschäftspartner Roman?

2. Frage: 
Wer hat heute Abend Simon Frey erstochen?

  • Mirjam?
  • Lukas?
  • Eva?
  • Valentin?
  • Roman?
  • Der Kellner?

Sende deine Lösung bis zum 23. November 2026 an wettbewerb@krimi.ch. Unter allen korrekt eingeschickten Antworten verlosen wir einen WeekendKrimi für zwei Personen im Seehotel FloraAlpina in Vitznau vom 04. bis 06. Dezember 2026. Dabei kannst du den Fall Der Absturz lösen und zwei Nächte im gemütlichen FloraAlpina am Vierwaldstättersee verbringen.

Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Das Datum der Gewinns kann nicht verändert werden. Der Preis kann nicht in Bargeld ausbezahlt werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Das Ende von «Geburtstag mit Leiche» und die Lösung des Falls liest du in unserem nächsten Newsletter.

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